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  • »reisezweier« ist der Autor dieses Themas

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Donnerstag, 3. November 2011, 10:55

West Coast Trail im Pacific RIM National Park


Der West Coast Trail (WCT) gelegen in der Pacific RIM National Reserve auf Vancouver Island ist das Ziel vieler eine Herausforderung suchender Wanderer. Dafür wird der Hiker durch atemberaubende Natur belohnt. Gemeinsam mit der Olympia - Halbinsel in den USA ist diese dem Festland vorgelagert. Einfahrt in das Binnengewässer (nach Seattle oder Vancouver) erhält man über die Juan de Fuca Strait. Diese schmale Passage und das oftmals rauhe Wetter wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vielen Schiffen zum Verhängnis. Die hier gestrandeten Menschen, so sie überlebten, saßen in einem undurchdringlichem Küstenurwald (kalter Regenwald) gefangen. Zur Rettung diese Menschen bauten im Auftrag der Regierung Kanadas Indianer diesen Weg auf einer Länge von 75 km unter unsäglichen Mühen aus. Viele Jahre lang geriet dieser Weg seit Beginn der modernen Schiffahrt in Vergessenheit, erst Anfang der 80iger Jahre entdeckten kanadische Wanderer diesen Weg neu. Seitdem versuchten zu viele diesen nicht ungefährlichen Weg zu meistern, so daß sich die Nationalparkleitung gezwungen sah, ein Quotensystem einzuführen. Demnach dürfen in der Zeit zwischen Mai und Oktober täglich 52 Wanderer auf den Weg. Dies geschieht im Einvernehmen mit der Natur und dient letztlich auch der Sicherheit der Wanderer. Die Kosten für die Wanderung betragen 136CAN$ inkl. Fährpassagen, in den Monaten Juli und August per Reservierung, die restliche Zeit per "first come, first serve"!

Der Weg durchquert den Küstenbereich der Insel, dabei muß der Wanderer Täler überwinden per Hängebrücke, Seilbahn oder Leiter, hat Touren im Schotter und Sand des Strandes zu meistern und tagelang mit Schlamm zu kämpfen. Durchschnittlich veranschlagt man fünf bis zehn Tage Laufdauer, sehr Eilige sollen es auch schon in drei Tagen geschafft haben. Meist regnet es wenigstens einmal pro Tag.
Der Schlamm wird Dein bester Freund!

Nach der Wanderung 1996 folgte im September 2004 ein zweiter Besuch des WCT.

Sonntag, 2004-09-19: Von Vancouver geht es über den TCH nach Horseshoe Bay. Zufälligerweise ist gerade eine Fähre abfahrbereit.


In Nanaimo noch etwas Geld ausgefaßt und weiter nach Port Alberni. Dort kauften wir letzte Vorräte für die Tour. Anschließend ging es auf die rund 100km Gravelroad nach Bamfield, dem Startpunkt des WCT im Norden. Der Ranger vergibt für uns die ersten Permits für einen Start am Montag, stark denke ich, hätte nicht gedacht das sowenig los ist. Nach dem Zahlen der Gebühren und der obligatorischen Einführung in Risiken und Verhaltensweisen im Notfall oder gegenüber Tieren, fahren wir noch zum Bummeln in den Ort, leider hat der General Store schon zu. Dafür verspricht die über der Pachena Bay untergehende Sonne bestes Wanderwetter.

Montag, 2004-09-20: Haben bissel verschlafen, können das aber schnell wieder wettmachen ob der Kälte. Der fertig gepackte Rucksack ist ganz schön schwer. Mit dem Auto vom Zeltplatz noch zweimal rechts gefahren und schon sind wir auf dem Parkplatz des WCT. Jetzt geht es los.

Die Anspannung läßt nun nach, endlich laufen, es ist 10:15Uhr. Nach der ersten Biegung ein Blick aufs Meer,

es zieht auf und verspricht ein schöner erster Tag zu werden. Augenscheinlich hat es auch hier in letzter Zeit viel geregnet. Der Weg ist selbst im ersten (sonst nicht so schlimmen) Teil schon ziemlich modrig! Da heißt es Augen auf und ein Gefühl bekommen für die Tiefe des Schlammes und die Tragfähigkeit von Wurzeln, Brettern und Steinen! Von Pachena Beach geht es zuerst bis zum Pachena Lighthouse. Reizend britischer Rasen aber leider nicht mehr besetzt (1996 haben wir eine Petition für den Erhalt der Leuchtturmwärter unterschrieben, umsonst!).Wir haben die ganze Zeit das Gefühl die Einzigen in unserer Richtung zu sein. Ab Kilometer 12 gibt es jedoch ein Paar Spuren im Sand.

Und richtig, auf dem von uns gewählten Zeltplatz bei Kilometer 17 liegt schon ein junger Mann in der Sonne. Aber es ist genügend Platz zwischen dem Schwemm- und Treibholz. Für die 17 Kilometer haben wir heute fünf Stunden benötigt. Und das bei besten Bedingungen! Gisel macht erst mal das Lagerfeuer fertig während ich das Zelt aufbaue und nebenher noch einen Kaffee koche. Danach ist relaxen angesagt. Wahrscheinlich ist es der erste Tag in diesem Urlaub mit über 20°C. Fast könnte man sich verbrennen, das AMD Basecap verhindert dies ...! Hier am Tsocowis Creek stapeln sich angeschwemmte Bäume und auch massig Kleinholz, wir werden also ein schönes Feuer bekommen. Sowieso brennen hier auch armdicke Stämme innerhalb kürzester Zeit an! Das Trinkwasser aus dem Bach ist schön gelb, schmeckt aber gut. Das Panorama ist einfach nur geil. Sitzend auf einem Baumstamm, einen zweiten als Tisch nutzend, vor mir das Meer mit der untergehenden sich im Wasser spiegelnden Sonne, gegenüber ist das Massiv des Mt. Olympia in den USA zu erkennen, rechts Treibgut bis zum Horizont und links ein Steilhang mit Felsen. Von diesem herab fällt der Creek in einen kleinen Pool bevor er sich ins Meer ergibt. Allerdings, so verführerisch das auch aussieht: nach Baden ist mir heute nicht! Es ist einfach nur schön.

Hoch oben schwingt sich eine Brücke übers Tal. Diese werden wir Morgen nutzen. Bevor es dunkel wird schau ich mir noch die Dumptoilette und den Foodlocker an. Es gibt ein gutes Gefühl die Lebensmittel in diesem massiven Edelstahlgehäuse gelagert zu wissen und spart eine Menge Arbeit mit dem Hochbinden des Lebensmittelsackes zur Nichterreichbarkeit für die Bären. Gemütlich lassen wir den Abend am Lagerfeuer bei Tee mit Rum ausklingen ...


... wird fortgesetzt ...

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Montag, 7. November 2011, 18:03

Super!

....auch ein sehr schöner Reisebericht! :thumbsup:
Besten Dank. :thankyou:

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Mittwoch, 16. November 2011, 23:57

Dienstag, 2004-09-21: In der untergehenden Sonne flog gestern Abend ein Weißkopfseeadler übers Meer. Natürlich fotografiert! Heute ist das Wetter durchwachsen, warm aber ohne Sonne. Von einem kurzen Schauer abgesehen bleibt es auch so. Die Etappe verläuft vom Tsucowis River nur über acht Kilometer bis zu den Tsusiat Falls.

Mehr ist wegen der dann fehlenden Zeltplätze bis Nitinat Lake nicht möglich. Dafür wird dann der dritte Tag die Königsetappe mit 21 km bis Carmanah Creek. Wir haben heute also viel Zeit. Die Strecke ist anstrengend aber recht unspektakulär. Tolle Ausblicke gibt es hier ja überall. Recht zeitig sind wir schon an den Tsusiat Falls, können sogar noch ein Lagerfeuer vom Vortag nutzen. Der Nachmittag dient der Erholung. Ich such die Foodlocker, finde aber keine, so such ich mir einen Baum zum Anbinden des Lebensmittelsacks für die Nacht. Nach und nach kommen die Hiker aus der anderen Richtung an. Sie sehen allesamt recht fertig aus. Das läst nichts Gutes für den nächsten Tag erahnen. Die Fälle hier sind recht spektakulär, auf 20 Meter Breite stürzen sie acht Meter in die Tiefe in einen Pool. Dort kann man baden oder eben das Trinkwasser holen ohne durch die Gischt des Falles total durchnäßt zu werden.

Zwei Kilometer weiter haben wir heute schon ein "Prebischtor" (Felsformation in der Sächsisch - Böhmischen Schweiz) gesehen, das ist das natural hole am Tsusiat Point. Ein Muß zum Fotografieren, hoffentlich scheint morgen schön die Sonne! Momentan sieht es eher nach Regen aus ...

Mittwoch, 2004-09-22: ... wirklich, in der Nacht fing es an mit regnen, erst bissel Sprühregen, dann heftiger Landregen und früh wieder dieses Geniesel. Der Himmel ist mehr als grau. Es sieht nicht nach aufhören auf und das zur Königsetappe ...! Also packen wir unsrer Klamotten im Zelt, anschließend kommt das nasse Zelt obendrauf auf den Rucksack.

Ich schätze so wiegt es zwei Kilogramm mehr. Klasse! Zum Glück werden wir heute lange unterwegs sein, der Regen zwar störend aber nicht behindernd sein. Jedoch merke ich schnell das von Bäumen und Büschen beim vorbeistreifen eine Menge Feuchtigkeit kommt. Bald ist am ganzen Körper keine Stelle mehr trocken, wie es im Rucksack aussieht wage ich mir gar nicht vorstellen ...! Gisel erzählt von Wanderern welche sechs Tage hintereinander solch Wetter hatten, für mich unvorstellbar. Trotz - oder gerade wegen des Wetters waren die

sechs Kilometer bis zur Fähre über den Nitinat Lake schnell zurückgelegt. Nach weniger als zwei Minuten kam auch schon Fährmann zum Überholen. Auf dem Anlegeponton am anderen Seeufer jetzt sogar überdacht gab es traditionell erst mal ein Bier bei den First Nations - Leuten und einen Ofen zum Wärmen. Uns entgegenkommende Italiener schimpfen wie die Rohrspatzen über den für uns folgenden Weg. Mal sehen was kommt. Ich erinnere mich an einen schönen Boardwalk. Der ist es auch, allerdings verschwindet er nach kurzer Zeit in einem Moor. Der Maintainer dieses Wegabschnittes hat lapidar eine Bohle mit einem roten Warnfähnchen hingestellt. Fast surreal und etwas sarkastisch kommt mit die Situation vor. Das heißt für uns eine Extention durch Schlamm, über umgestürzte Bäume und durch Gestrüpp kriechen. Kurze Zeit später verhindert ein frisch umgestürzter Baum das Weiterkommen. Und wieder Schlamm, Moder und Morast. Meine Hose ist bis zu den Lenden schlammverkrustet. Sie möchte immer nach unten. Der Weg wird immer schlimmer, oder sind es die nachlassenden Kräfte? Jedenfalls ziehen sich die Kilometer. Jede Markierung sauge ich jetzt begierig auf. Doch es dauert immer länger bis der nächste Kilometer geschafft ist.

Wir versuchen etwas zügiger direkt am Meer auf dem Strand vorwärtszukommen. Das artet jedoch in eine wilde Kletterei über glitschige Felsplatten aus.

Am Ende der nächsten Bucht erscheint der Carmanah Leuchtturm, endlich. Hier ist der Strand nicht passierbar, wir schleppen die Rücksäcke über Leitern hoch zum Leuchtturm. Es regnet noch immer. Um diesen herum, ein Stück durch den Wald und wieder an den Strand zurück. 50 Höhenmeter für die Katz. Das schmerzt! Laut Karte muß am Ende der Bucht der Carmanah Creek liegen. Es ist schon 17:30, wir müssen sehen das wir ankommen. Der Rucksack ist jetzt unglaublich schwer, alles schmerz, der Körper befindet sich an der Leistungsgrenze. Jetzt bin ich froh da ganze Jahr intensiv trainiert zu haben für ebendiesen Augenblick. Dankbar denke ich an meine Trainer im Fitneß - Studio welche mich mit Ihren Übungen erst zu diesem Leistungslevel befähigen. So weiß ich das mein Körper morgen wieder frisch und erholt ist.Heute sind wir jedoch noch nicht da, eine letzte Biegung noch, dann ist das Cablecar über den Carmanah schon zu sehen. Unter diesem ist der Zeltplatz. Keiner ist da, "Scheiße" denk ich, ich hatte gehofft mich an ein brennendes Lagerfeuer setzen zu können. So wird es noch mal ein kleiner Gewaltakt unter Aufbietung der letzten Kräfte das Zelt aufzubauen und trockenes Holz fürs Lagerfeuer zu finden. Alles geschieht jetzt

wie in Trance. Wie zum Trotz läßt der Regen jetzt nach. Wir finden eine intakte Folienplane und spannen diese über Treibholz um wenigsten etwas trockenen Platz zum trocknen zu haben. Dafür muß aber erst mal das Feuer angehen. Gisel resigniert gerade, er hat es mit zwei Feuerzeugen probiert, jedoch beide nicht anbekommen, seine Zündhölzer sind naß. Wenigsten hat er das Feuer unter einer Planke aufgebaut, so daß es nicht naß wird. Ich such meine Ersatzhölzer und bekomme sie auch an. Hätte nie gedacht das die Streichhölzer des Bärenzwingers (Studentenclub in Dresden) mir mal den Abend verschönen ..! Binnen kurzem entfacht Gisel nun ein großes Feuer, wir wärmen uns erst mal richtig durch und versuchen die Klamotten am Körper trocken zu bekommen. Danach gibt es Abendbrot und viel Tee mit Rum. Der große Durst läßt auf die starke Beanspruchung des Körpers heute schließen. Nach und nach versuchen wir nun das andere Zeug trocken zu bekommen, wichtig sind die Schlafsäcke und Isomatten, leicht klamm legen wir sie ins Zelt. Mit Bangen entnehme ich dann die Kamera ihrer Tasche, sie ist beschlagen, funktioniert aber tadellos. Gerade jetzt raschelt es in den Bäumen und Gebüschen hinter uns, da wird doch wohl kein Bär ..., nein uns schauen drei leuchtende Augenpaare an, Bären sind es schon, neugierige Waschbären. Damit können wir leben. Trotzdem mach ich schön Krach als ich die Lebensmittel in den Foodlocker schaffe. Irgend jemand hat dort seine Kosmetika liegenlassen. Manche sind doch wirklich rücksichtslos. Der Regen hat aufgehört. Ab und an sieht man mal einen Stern. Schön erhitzt vom Feuer kriechen wir in unsere klammen Schlafsäcke.

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Donnerstag, 17. November 2011, 06:52

sehr guter und ausführlicher Reisebericht

Klasse zu lesen und zu schauen

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Donnerstag, 17. November 2011, 21:16

Sehr viel Arbeit gemacht. Schön bebilderter Reisebericht.

LG Tina

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Freitag, 18. November 2011, 20:47

Interessanter Reisebericht den ich mir gerne durchgelesen habe.

Lg Siggi

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Mittwoch, 30. November 2011, 08:44

Donnerstag, 2004-09-23: Einem bangen Erwachen folgt ein erster Blick nach draußen, blauer Himmel über dem Morgennebel. Na also, schönes Wetter, es kann weitergehen. Noch scheint die Sonne nicht über die Baumwipfel. Der Morgennebel ist schön kalt, gestattet aber auch schöne Fotos über die Bucht zurück zum Carmanah Lighthouse.

Während eines gemütlichen Frühstückes versuchen wir noch das eine oder andere in der jetzt sich über den Zeltplatz ergießenden Sonne zu trocknen. Gegen 10 besteigen wir das Cablecar um auf die andere Seite des Carmanah zu gelangen. 16 Kilometer stehen heute auf dem Programm davon können wir einige am Sandstrand recht schnell abhacken, aber es gibt auch Buchten mit lockerem Sand.

Man sinkt bei jedem Schritt ein. Das Wandern macht so auch keinen Spaß, aber es gibt hier keinen Weg im Mainland, nur das Wandern am Beach ist möglich. Die ersten zehn Kilometer sind so schnell geschafft. Mittlerweile hat sich unsrer Einstellung gegenüber Schlamm, Nässe und der Kletterei geändert, geradlinig suchen wir unseren Weg. Es gilt mehrere Täler zu überwinden,meist geht es auf Leitern 50 Meter hinab und auf der anderen Seite genauso wieder hoch.


Das schlaucht ganz schön. Als Leckerlie geht es von der Leiter auf eine schmale Hängebrücke, der untere Teil der Leiter schwingt mit der Brücke mit, geil! Es gibt noch mal die volle Packung, Schlamm, Modder, umgestürzte Bäume, Schlamm, Modder ...! Hardcore. Nicht umsonst sind die Etappen südlich von Nitinat Lake so verschrieen als besonders anspruchsvoll. Jeder Meter schmerzt, und genau jetzt löst sich die Sohle an meinem linken Wanderstiefel. Nachdem ich an einer Wurzel hängengeblieben bin laufe ich auf der blanken Fußsohle. Also muß ich mit einem Sportschuh auf der einen und einem Wanderstiefel auf der andern irgendwie zurechtkommen. Erstaunlich wie man die unterschiedliche Sohlenhöhe merkt, ich hinke.

Bevor es ans Meer mit dem Zeltplatz am Camper Creek geht verläuft der Weg noch mal richtig über einige Berge, das Hochlaufen geht noch, aber die 200 Höhenmeter runter zum Camp stauchen ganz gewaltig in den Beinen. Der Zeltplatz ist voll, wo kommen auf einmal all die Menschen her? Wir haben hier augenscheinlich die Wanderer mehrerer Tage eingeholt. Die schönen Plätze sind schon weg. Mit Brennholz sieht es auch recht mau aus.Nach einem Blick in die Tidentabelle entschließe ich mich das Zelt direkt am Fluß aufzubauen. Gisel hat währenddessen aus dem Nichts ein Feuer gezaubert. Es ist unser letzter Abend. Morgen können wir rauslaufen.

Die letzten fünf Kilometer sind noch mal verschrien, ich frage mich warum. 1996 mußte man diese nicht laufen (altn. Fähranlegestelle bei km 70) wir taten es und fanden es nur lang aber nicht schlimm. Abwarten sag ich mir. Jetzt kommt auch die Familie welche wir heute überholt haben, die Eltern mit ihren drei Kindern. Sie sind zwar wesentlich langsamer als wir unterwegs auf einer 8 bis 10 Tage - Strategie, trotzdem nötigt mir diese Leistung allen Respekt ab. Hut ab vor den Eltern und den Kindern!

Leider verschwindet die Sonne hier zeitig hinter einem Berg und es wird bitter kalt im Camp, mag sein das der Körper jetzt auch länger zu Regenerieren braucht. Morgen wollen wir zeitig aufstehen um möglichst früh am Ende des Trails zu stehen. Die Fährpassage dort ist nur bis 16:00 Uhr besetzt und insgeheim hoffe ich auf einen Abendbus zurück nach Bamfield!

Freitag, 2004-09-24: The final day! Nach unserem zeitigen Aufstehen sind wir schon gegen 8:30Uhr in der Spur und zügig unterwegs, es ist der letzte Tag, der Körper dreht jetzt frei, nichts kann ihn mehr aus der Ruhe bringen, Schlamm oder rutschige Boardwalks, lächerlich ...! Für die acht Kilometer bis Kilometer 70 benötigen wir nur 2,5 Stunden. Hier sollen die berüchtigten letzte fünf losgehen. Alles schaut anders aus wie 1996, im Nachhinein weiß ich das der Wegeverlauf hier geändert wurde. Die Kilometer bis zum Ausstieg sind lang aber nicht sonderlich schwer, es ist in diesem Teil halt ein typischer Bergwanderweg. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund für den schlechten Ruf, die Hiker sind einfach nicht darauf eingestellt hier noch mal richtig steigen zu müssen. Für uns ist dies nichts ungewöhnliches. Schwerer fällt mir der letzte Kilometer, welcher nicht enden will. Auch das wußte ich noch von 96. Doch dann stehen wir plötzlich unten am Meer. Es ist 13:30Uhr.

Gisel schlägt vor zurückzugehen, ob das sein Ernst ist?Wir setzen mit der Fähre über und melden uns beim Ranger ab, WCT ade! Zweimal gelaufen, zweimal war es schwer aber auch unsagbar schön.Ich reserviere zwei Plätze bei Trailbus.com für den nächsten Tag, irgendwie müssen wir ja von Port Renfrew zurück nach Bamfield. Wir schlagen unser Zelt auf und genießen die Dusche. Danach machen wir uns auf ins Village, erstaunlich wie beschwingt es sich ohne den Rucksack laufen läßt.

Im "Coastal Kitchen Cafe" finden wir den richtigen Platz um den WCT zu feiern, nach Kaffe und Kuchen gibt es Fisch mit Pommes und lecker Bier.

Vier Tage Sonne, ein Tag Regen ... wir haben Glück gehabt, Gisel hat seinen ersten West Coast Trail erfolgreich gemeistert. In mir steigt die Sehnsucht, vergessen sind die Strapazen, wann bin ich wieder hier ...?



Im letzten Teil gibt es dann noch mehr Bilder und aktuelle Infos zum NP und dem Weg!
BG
k.

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Mittwoch, 30. November 2011, 11:57

Schön, ist zwar nicht das Ziel meiner Träume, aber vielleicht bekommen wir es ja zusammen noch mal hin. :whistling:
Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen. Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst!

(Japanische Weisheit)

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Mittwoch, 30. November 2011, 13:22

Vielleicht reicht es ja auch nur die Tagestouren zu machen, Lala zeigt wie es geht: http://www.lalasreisen.de/amerika/html/pacific_rim_np.html

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Mittwoch, 30. November 2011, 13:28

hier noch paar weiter Infos:

Wiki
WWW
VancouverIsland


Bilder demnächst ...
BG