Urlaub, ja endlich Urlaub und auf geht's am Samstag, den 01.11.2003 früh mit dem Taxi eines Kumpels nach Berlin - Tegel, dieses, weil es mir bei der Buchung im Frühjahr 2003 nicht gelungen war, einen Flug ab Dresden zu bekommen. Für eine Halbmillionenstadt wie Dresden ist der Flugplan schon beschämend! Aber auch Tegel ist nicht das Gelbe vom Ei, sinnvoll mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen, viel zu klein für das heutige Transportaufkommen. Beim Einchecken dann die übliche Prozedur, der BGS sieht sich wiedereinmal nicht in der Lage, zu entscheiden, ob ein leergekochter, gelüfteter Benzinkocher eine Gefahr für ein Flugzeug darstellt. Komischerweise stellen sich diese Zweifel steht's nur den Beamten in Deutschland, nirgendwo sonst auf der Welt gab es diesbezüglich jemals Probleme, doch alles geht gut, wir dürfen uns auf heißen Kaffee im Urlaub freuen! Von Berlin fliegen wir nach London und von dort nach Kapstadt. Südafrika wir kommen! Der Flug entlang des Längengrades in den Süden erfolgt nachts, daher kann man schön schlafen im Flieger und auch der Jetlage hält sich ob identischer Zeit in Grenzen. Es ist warm, blauer Himmel, die Einreiseformalitäten sind schnell erledigt, Urlaub!Bei der Autovermietung gibt's ein kleines Problem, die Zentralverriegelung geht wohl nicht, was soll's, als jedoch der Wagen nicht anspringt, wird schnell klar, das es nicht die Zentralverriegelung, sondern eine leere Batterie ist. Also brauchen wir ein neues Auto, dieses wird auch schnell aus der Stadtniederlassung besorgt. Statt des von mir gemieteten Toyota Condor ist es nun ein Mercedes Vito, größer aber für unsere Urlaubspläne nicht so ganz toll. Außerdem eilt diesem Wagen in Deutschland kein guter Ruf voraus. Dass dieses stimmt, wird sich im Laufe unserer Tour noch herausstellen. Nach dem Aufmunitionieren (Einkaufen) in der Century Mall fahren wir endlich los Richtung Namibia, unserem Urlaubsland. Wir schaffen es bis Springbock, kurz vor der Grenze. Am Auto fehlt eine Abdeckleiste, keiner hat bemerkt, daß wir sie verloren haben. Nach dem Grenzübertritt geht's über endlose Strassen weiter Richtung Norden, über Grünau ("Weltstadtflecken") nach Keetmanshop und weiter bis zum Hardapdamm, einem Naherholungsgebiet und Wasserspeicher für den Fish River. Windhoek, die Hauptstadt Namibias, ist reich an kolonialer Geschichte, trotzdem eine moderne Stadt und Verwaltungszentrum. Die Stadt steht zu ihrer Geschichte, liberal wird zumindest die deutsche Kolonialzeit betrachtet und dies trotz der nachweislichen Greueltaten der dt. Schutztruppen. So findet man in Windhoek allerlei Denkmäler, welche so in Deutschland zumindest nicht geduldet wären. Auch der Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft ist interessant zu betrachteten, mündet doch zum Beispiel die F. Castro - Strasse in die Lüderitzstr.. Für die Stadt reichen zwei bis drei Stunden zur Besichtigung. Weiter geht's Richtung Norden, bis zum Etoscha ist es zu weit, jedoch der Waterberg Nationalpark ist ein lohnenswertes Ziel. Wäre da nicht die Öllampe welche kurz vor der Strasse zum Nationalpark aufleuchtet. Also heißt es für und erst mal in die nächste Stadt fahren, eine Tankstelle ansteuern und Öl nachfüllen, eine typisch afrikanische Laschheit des Vermieters, den Ölstand vor Vermietung nicht zu kontrollieren. Uns kostet es den Abstecher zum Waterberg, es ist zeitmäßig nicht mehr zu schaffen. Da der örtliche Campground geschlossen ist, helfen uns freundliche Namibianer weiter und besorgen eine traumhafte Übernachtung auf einer Farm in der Nähe. Überhaupt sind die Menschen hier alle ausgesprochen freundlich und hilfsbereit! Also geht's am nächsten Tag direkt in den Etoscha Nationalpark. Mit voller Wucht in den Tourismus hinein, Safariunternehmen, Busse, Selbstfahrer in Massen im Camp Namutoni, dieses jedoch scheint die Menschen aufzusaugen und neu zu verteilen.




