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migath

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Sonntag, 6. Juni 2010, 17:27

Geldtausch in Burma



Die Mär von den vielen kleinen Dollarscheinen


Es heisst in vielen Empfehlungen – gedruckt oder auch im Internet bzw. mündlich: Fährst Du nach Myanmar, nimm viele kleine Dollarscheine mit. Ich bin insgesamt 4 Wochen im Lande gereist und habe fast meinen gesamten Bestand an 1-Dollar-Noten wieder nach Hause gebracht, insgesamt 150 USD, ein ganz dicker Packen, den ich unnötig mitgeschleppt hatte.


Im Folgenden daher einige grundsätzliche Bemerkungen zum Geldverkehr in Myanmar: Geldwechsel vollzieht sich ausschließlich mit Bargeld; Travellerschecks können nicht eingelöst werden, Geldautomaten (ATM) gibt es nicht, d.h. das zu wechselnde Geld muss in Banknoten mit ins Land gebracht werden. Die Hauptwährung ist dabei der US-Dollar, bis zu 2.000 USD dürfen deklarationsfrei eingeführt werden, was sowohl Backpackern als auch Pauschaltouristen angesichts der nur 28 Tage gültigen Aufenthaltserlaubnis ausreichen sollte. Gewechselt werden aber auch Euro-Noten, mittlerweile in praktisch allen Touristenorten.


Der Umtausch findet praktisch ausschließlich auf dem Schwarzmarkt statt. Der staatlich festgelegte Wechselkurs von 1 USD = 6 Kwat ist dermaßen unrealistisch, dass niemand bei den Banken tauscht, denn auf dem Schwarzmarkt gibt es dafür problemlos 950 bis 990 Kwat, je nach Ort und Banknotenwert; allerdings nur, wenn man druckfrische Exemplare vorweist. Ein kleiner Knick an einer Ecke, ein wenig knittriges Papier, und schon wird der Schein abgelehnt, vor allem wenn es sich um 100 Dollar handelt. Auch ein Schein mit der Seriennummer CB…. wurde in meiner Anwesenheit abgelehnt und ein anderer verlangt. Offenbar stimmt das, was in verschiedenen Foren und Reiseführern bzgl. der Seriennummer berichtet wurde. Bei 50ern scheint man dagegen nicht so genau hinzuschauen.


Umtauschen kann man praktisch fast überall, im Guesthouse/Hotel, Internet-Cafe, Travel Agency, dies ist in der Regel völlig risikolos, dafür bekommt man auf der anderen Seite einen etwas ungünstigeren Kurs. Mehr Gegenwert erhält man auf der Straße, wo man vor allem in Yangun offen angesprochen wird. Der angebotene Kurs kann ganz schnell zum Minus-Geschäft werden, wenn diese fliegenden Händler mit diversen Tricks arbeiten, z.B. einen anderen 100-Dollar-Schein verlangen, und der zurückgegebene entpuppt sich dann als 1-Dollar-Schein. Oder man lässt dem Kunden keine Zeit zum Nachzählen des Geldes mit den Worten: Polizei, schnell weg oder Ähnliches. Dabei vollzieht sich diese ganze Wechselei unter dem Auge des Gesetzes, es wird geduldet und keinerlei Obrigkeit schreitet ein.


Das Geld wird im Lande etwa folgendermaßen eingesetzt:



• Dollarscheine (neu, möglichst 100er) benötigt man für den Umtausch in Landeswährung.

• Dollarscheine (gebraucht, aber unbeschädigt, 10er und 20er) benötigt man zum Bezahlen der Hotelrechnungen. Da diese grundsätzlich in USD ausgestellt und bezahlt werden, erhält man auch Wechselgeld in USD zurück. Auch Bootsfahrscheine sowie Eisenbahn- und Flugtickets werden in USD bezahlt.
• Mit der Landeswährung Kwat bestreitet man das Gros der Ausgaben: Busse, Essen/Trinken, Einkäufe etc.


Bleibt nach wie vor die Frage offen: Wozu benötigt man kleine Dollarscheine?